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Cinema-Paradiso

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Murer - Anatomie eines Prozesses


Eine typisch österreichische Geschichte. Eine Geschichte vom Verdrängen, Leugnen und der Tatsache, dass wir in Österreich aus den größten Nazi-Verbrechern angesehene Bürger gemacht haben. Franz Murer ist der Schlächter von Vilnius, verantwortlich für die Ermordung von zehntausenden Menschen. Murer ist gefürchteter Sadist, mordet selber und organisiert als SS Führer von 1941 bis 1943 die Vernichtung der Juden in der heutigen litauischen Hauptstadt. Nachdem 2. Weltkrieg ist Franz Murer angesehener Großbauer und Politiker in der Steiermark. Erst Simon Wiesenthal bringt ihn 1963 in Graz vor Gericht. Überlebende des Massenmordes reisen an, um auszusagen. Die Beweislage ist erdrückend. Doch in den Zentren der Macht will
man die dunklen Kapitel der eigenen Geschichte endgültig schließen. Franz Murer wird unter Beifall der Bevölkerung freigesprochen.
Ein brisanter Gerichtsfilm und Thriller. Anhand der originalen Gerichtsprotokolle zeigt Christian Frosch wie, „nicht verdrängt wurde, sondern bewusst gelogen, verschleiert, verbogen und gesteuert worden ist. Nur so konnte man Täter zu Opfern machen und die Opfer zu den eigentlich Schuldigen erklären.“ Von der Machtlosigkeit der Wahrheit und davon, wie leicht Politik jenseits moralischer Werte agieren kann, wenn alle mitspielen. Erschreckend, wie gegenwärtig all dies erscheint.

Ö/Luxemburg 2017, Originaltitel: Murer - Anatomie eines Prozesses

Regie: Christian Frosch, Buch: Christian Frosch

Kamera: Frank Amann, Musik: Anselme Paul

Darsteller: Karl Fischer, Karl Markovics, Alexander E. Fennon, Melita Jurisic, Mathias Forberg u.a.

Version: DF, Prädikat: bes. wertvoll, Filmdauer: 137min

Altersfreigabe: ab 12 Jahren

www.filmladen.at/film/murer-anatomie-eines-prozesses

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