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Cinema-Paradiso

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Vor der Morgenröte

Alle die fahlen Roße der Apokalypse sind durch mein Leben gestürmt. Stefan Zweig

Was für ein schauspielerischer Genuss! Josef Hader liefert eine feine, nuancierte Darstellung der Zerrissenheit und Sensibilität des großen Schriftstellers Stefan Zweig. An seiner Seite glänzt die grandiose Charakterdarstellerin Barbara Sukowa. Schauspielerin Maria Schrader führt Regie. Ihr gelingt eine scharfsinnige Reflexion über Nationalismus und die Rolle des Intellektuellen in der Gesellschaft.
20. Februar 1934. Noch vor der Morgenröte muss Stefan Zweig (Josef Hader) am Höhepunkt seiner weltweiten Popularität als Schriftsteller vor den Nazis fliehen. Die Suche nach einem Platz fernab der Heimat treibt den überzeugten Pazifisten und seine Frau (Barbara Sukowa) von London nach New York, Buenos Aires und schließlich nach Brasilien. Dort wird er wie ein Staatsmann empfangen und lässt sich in Petrópolis nieder, einem friedlichen Ort hoch in den Bergen des Hinterlands unweit von Rio. Trotzdem fühlt sich der 54- Jährige am anderen Ende der Welt als wehrloser, machtloser Zeuge des Rückfalls in die NS-Barbarei. Kurz nachdem er sein bekanntestes Werk „Die Schachnovelle“ fertig gestellt hat, setzen Zweig und seine Frau 1942 ihrem Leben ein Ende.

Ich grüße alle meine Freunde! Mögen sie die Morgenröte noch sehen, nach der langen Nacht. Stefan Zweig in seinem Abschiedsbrief

Thalia-Buchtipp: „Sternstunden der Menschheit“ v. Stefan Zweig, Diogenes, 10,20 EUR

D/F/Ö 2016, Originaltitel: Vor der Morgenröte

Regie: Maria Schrader, Buch: Maria Schrader, Jan Schomburg

Kamera: Wolfgang Thaler, Musik: Tobias Wagner

Darsteller: Josef Hader, Barbara Sukowa, Aenne Schwarz, Matthias Brandt, Charly Hübner, A. Szymanski u.a.

Version: DF, Prädikat: bes. wertvoll, Filmdauer: 106min

Altersfreigabe: jugendfrei

www.filmladen.at/film/vor-der-morgenroete

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